Das Lieblingsobjekt von Reinhard Alings, zuständig für Projektmanagement und kaufmännische Leitung der Friederisiko-Ausstellung: Der Speisezettel


Am 1. August 1786 wünscht Friedrich "paté de poisson" zu speisen – Fischpastete. Gut zwei Wochen vor seinem Ableben, der König ist schon länger in einem bedauernswerten körperlichen Zustand, korrigiert er eigenhändig, mit zitterndem Federkiel, sämtliche Vorschläge seines Leibkochs vom Vortage und stellt eine völlig neue Menüfolge für sich und seine Gäste zusammen. Ein kleines "p." markiert die Speisen, die nur den Gästen vorgesetzt werden sollen, die Speisen mit einem "+" isst auch der König. Friedrich bevorzugt dabei offenbar weiche Speisen. Offen bleibt hier, ob der König auch das gebratene Kalb, "le peau croquante" – die Haut knusprig – essen mag oder kann. Das fehlende Gebiss fordert seinen Tribut. Der Speisezettel: ein Exponat, das dem Menschen Friedrich sehr nahe kommt. Auch im höchsten Alter setzt er klare Prioritäten. Und er weiß, was er will. Das Essen gehörte schon immer dazu. Das macht ihn doch auch ein wenig sympathisch. Sein Koch mag das sicher ganz anders gesehen haben.

Reinhard Alings

‹ Beide Seiten des Speisezettels (Download PDF, 1,82MB) ›
‹ Der Speisezettel transkribiert (Download PDF, 453KB) ›

 


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