3sat-Dokumentation beschäftigt sich zum 300. Geburtstag mit dem Seelenleben des preußischen Königs


Sonntag, 10. Juni 2012
20.15 Uhr Friedrich der Große – Alles oder Nichts

21.15 Uhr Friedrich 300. Potsdam feiert | Film von Britta Hilpert

21.40 Uhr Friedrich. Ein Psychodrama | Film von Andreas Lehmann




Insgesamt drei Sendungen widmet 3sat Friedrich dem Großen am Sonntag, 10. Juni, in einem Wissensabend, der um 20.15 Uhr beginnt: "Friedrich der Große – Alles oder nichts" orientiert sich am Lebensprinzip, immer aufs Ganze zu gehen, und arbeitet auf diese Weise wichtige Wendepunkte im Leben des Königs heraus.
Um 21.15 Uhr sendet 3sat "Friedrich 300. Potsdam feiert", einen Film über die aufwendigen Arbeiten, den Königsprunk von einst wieder entstehen zu lassen.
Um 21.40 Uhr folgt dann die Dokumentation "Friedrich. Ein Psychodrama".

Friedrich II. (1712–1786) wird vieles nachgesagt, er wurde schon zu Lebzeiten "der Große" genannt. Sein eigener Vater drohte ihm mit Hinrichtung und sperrte ihn ein. Er war gefeierter Feldherr, Schöngeist, Philosoph und verehrt als derjenige, der Preußen zu Macht und Glanz verholfen hat. Doch was von alledem ist Mythos und was Wahrheit?
Die 3sat-Dokumentation "Friedrich. Ein Psychodrama" stöbert in Schriften und Briefen Friedrichs II. und diskutiert mit Experten Friedrichs seelische Verfassung und das "hoch pathologische" Milieu, in dem er aufwuchs: Wie könnte sich all das auf sein Wesen und sein Handeln ausgewirkt haben?

Die Dokumentation von Andreas Lehmann richtet den Blick zum Beispiel auf das völlig gestörte Verhältnis zu seinem Vater Friedrich Wilhelm I., auf seinen – gescheiterten – Fluchtversuch vom Hofe wegen des Vaters ständiger Drangsalierungen und der nachfolgenden, angedrohten Hinrichtung durch den eigenen Vater. Der Film thematisiert außerdem die Frage nach Friedrichs Zeugungsfähigkeit und, ob er homosexuell gewesen sein könnte. Der Historiker Jürgen Luh, der Psychoanalytiker Ernst Lürßen und der Mediziner Dirk Fahlenkamp beschäftigen sich mit der psychischen Verfassung des Preußenkönigs und analysieren daraufhin die rasante Entwicklung, die die Persönlichkeit Friedrichs nach der Thronbesteigung nahm: Der vom Vater verspottete "Feigling" wird zum Feldherrn, der sich mit dem Einmarsch in Schlesien ins Zentrum der europäischen Machtpolitik schiebt.

Berühmter Vater-Sohn-Konflikt. Kronprinz Friedrich und sein Vater, der "Soldatenkönig", Fotograf: Torbjörn Karvang (c) ZDF
 


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